Kindergemeinderat

Zum Projekt

Seit 2025 gibt es in der Stadt Ettelbrück einen Kindergemeinderat (KAGERO). Dieser wird vom Service Enfance geleitet und in Zusammenarbeit mit der Maison relais und der Schule umgesetzt. Der Kindergemeinderat entwickelt eigene Ideen, setzt Projekte um und bringt die Perspektive der Kinder in kommunale Entscheidungsprozesse ein. Gemeinsam können so demokratische Prozesse durch Selbstwirksamkeit erlebt und erlernt werden.

Ablauf

  • Im Jahr 2023 richtet die Gemeinde den Service Enfance als Koordinierungsstelle für Kinderbeteiligung ein. Sie koordiniert die Beteiligungsprojekte und begleitet unter anderem den Kindergemeinderat.
  • Die ersten Wahlen finden 2025 statt, mit anschließender offizieller Vereidigung: Die Zusammensetzung besteht aus 5 Kindern der Maison relais und 8 Grundschulkindern. Die Amtszeit beträgt 2 Jahre.
  • Die Mitglieder treffen sich etwa alle sechs Wochen während der Mittagspause im Sitzungssaal der Gemeinde. Sie beginnen mit einem gemeinsamen Mittagessen.
  • Einmal im Jahr organisieren die Kinder eine Solidaritätsaktion: Sie sammeln Geld, z. B. über den Verkauf von selbst gebackenem Kuchen, und spenden dieses an eine von ihnen ausgewählte Organisation.
  • Die Kinder entscheiden gemeinsam über die Priorisierung von Projekten und setzen diese um (z. B. Gestaltung des Schulhofs, Planung und Einweihung eines Spielplatzes).

Chancen

Kinder

Kinder

  • Die Kinder erleben, dass ihre Meinung ernst genommen wird und konkrete Veränderungen bewirken kann.
  • Sie gestalten ihre Gemeinde aktiv mit und lernen demokratische Entscheidungsprozesse kennen.
  • Sie übernehmen Verantwortung und setzen eigene Projektideen gemeinsam um.
  • Sie lernen lokale Politiker:innen kennen und kommen bei gemeinsamen Treffen direkt mit ihnen ins Gespräch.
Gemeinde

Gemeinde

  • Die Gemeinde stärkt ihre Beteiligungskultur und entwickelt sich als kinderfreundliche Kommune weiter.
  • Die Bedürfnisse und die Perspektive der Kinder fließen direkt in kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse ein.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Schule, Maison relais und weiteren Partnern wird nachhaltig gestärkt.
  • Die umgesetzten Projekte machen Kinderbeteiligung in der Öffentlichkeit sichtbar.

Vorbereitung

  • Die Aufgaben und Zuständigkeiten zwischen Gemeinde, Schule, Maison relais und weiteren Partnern frühzeitig abstimmen.
  • Der zuständige Gemeindedienst bereitet die Wahlen gemeinsam mit der Schule und der Maison relais vor.
  • Eltern frühzeitig während einer Elternversammlung informieren und ihre Einverständniserklärung einholen.
  • Bereits im Vorfeld Rahmenbedingungen wie Amtsdauer, Sitzungsrhythmus und Begleitung mit dem zuständigen Gemeindedienst, den Schulen und der Maison relais festlegen.

Tipps

Ausreichend Zeit für die Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung der Projekte einplanen.

Eine feste Ansprechperson in der Gemeinde benennen, die den Kindergemeinderat kontinuierlich begleitet und über eigene Ressourcen verfügt.

Ideen aus dem Alltag der Kinder aufgreifen und möglichst sichtbar umsetzen, um die Motivation zu fördern.

Mit kleinen, realistischen Projekten beginnen und schrittweise größere Vorhaben entwickeln.

Gemeindedienste frühzeitig einbeziehen. Wenn Ideen nicht umgesetzt werden können, den Kindern die Gründe nachvollziehbar erklären (durch das Fachpersonal der Gemeinde).

Die Zusammenarbeit zwischen Schule, Maison relais und Gemeinde kontinuierlich pflegen und gemeinsam Verantwortung für den Beteiligungsprozess übernehmen.

Methoden

  • Wahl des Kindergemeinderats nach dem Vorbild einer demokratischen Wahl.
  • Mehrheitsentscheidungen zur Priorisierung von Projekten.
  • Kleine, konkrete Beteiligungsprojekte mit sichtbaren Ergebnissen.
  • Regelmäßige Sitzungen und Austausch mit politischen Entscheidungsträger:innen sowie Expert:innen der Gemeinde, z. B. mit dem Gemeindetechniker, der erklärt, was machbar ist und was nicht.

Aufwand und Ressourcen

  • Eine feste Koordinierungsstelle (Service Enfance) mit eigenem Budget für Beteiligungsprojekte
  • Bereitschaft von Fachpersonen, Fragen von Kindern bei der Umsetzung zu beantworten
  • Sitzungsräume und öffentliche Räume der Gemeinde
  • Zeitliche Ressourcen für Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung der Sitzungen und Projekte
  • Unterstützung durch Gemeindedienste sowie externe Partner

Kontakt

Service Enfance Ettelbruck

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